Ein Kiez. Viele Stimmen.
Eine gemeinsame Idee.

Ein Kiez – Vier Schulen – Wer lebt hier eigentlich?

Der Graefekiez lebt von Vielfalt. Deshalb haben sich im Bildungsnetzwerk Graefekiez die Lemgo-Grundschule, das Robert-Koch-Gymnasium, die Albrecht-von-Graefe-Schule, das Hermann-Hesse-Gymnasium, mit Unterstützung des Jugendtreff Drehpunkt und der GraefeKids zusammengeschlossen. 

Begleitet wurde der gesamte Prozess von der LOA Sozial- und Kulturförderung e. V. Von den ersten Ideen über die Zusammenarbeit der Schulen bis zur Umsetzung der finalen Produkte schuf die LOA-P.R.O.-Methode den Rahmen, um Persönlichkeiten, Rollen und Organisation (gemeinsames Handeln) miteinander zu verbinden.

Gemeinsam stellten sie sich die Frage: Wie sieht ein DenkMal aus, das nicht nur an die Vergangenheit erinnert, sondern die Gegenwart zeigt und die Zukunft mitgestaltet? Aus Begegnungen wurden Ideen. Aus Ideen wurden Kunstwerke. Und aus vielen unterschiedlichen Perspektiven entstand über zwei Jahre ein gemeinsames institutionsübergreifendes Projekt für den Graefekiez.

Ideen sammeln und Perspektiven wechseln
Ideen sammeln und Perspektiven wechseln
Ein “Bildungstag” für den Einblick in die Perspektiven von Jugendlichen des Graefekiezes im November 2024 brachte Schüler:innen aller vier Schulen zusammen. In gemischten Teams erkundeten sie ihren Kiez, tauschten Erfahrungen aus und fragten: Was macht diesen Ort besonders – und was könnte noch besser werden?
Auf einer großen Karte markierten sie Lieblingsorte, aber auch Plätze, die sie verändern oder neu beleben möchten. In kreativen Werkstätten entstanden daraus Visionen für einen lebenswerten Kiez: mehr Grün, neue Treffpunkte und Orte für Begegnung, Austausch und Teilhabe. Mit Zeichnungen, Modellen und installativen Landschaften wurden diese Ideen sichtbar.
Den Abschluss bildeten zwei selbst entwickelte Denkmäler. Sie standen für Anerkennung, Sichtbarkeit und die Vielfalt der Menschen im Graefekiez – und wurden zum Ausgangspunkt des Projekts DenkMal, das in den folgenden zwei Jahren von allen Partner:innen gemeinsam weiterentwickelt wurde.
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Denk mal anders!
Denk mal anders!
Der erste Workshop-Tag mit den Schüler:innen der Lemgo-Grundschule markierte den Start des kreativen Prozesses. Gemeinsam gingen die Kinder einer großen Frage nach: Woran sollte im Kiez erinnert werden – und wie kann ein DenkMal aussehen, das nicht nur Vergangenes zeigt, sondern die Menschen von heute sichtbar macht?
Mit spielerischen Methoden brachten sie ihre Persönlichkeiten ein, schlüpften in unterschiedliche Rollen und betrachteten ihren Kiez aus neuen Perspektiven. Mal als Bürgermeister*in, mal als Roboter oder so, dass selbst ein Alien ihre Idee verstehen würde, entwickelten die Kinder Ideen für ihren Kiez und überlegten, was ihnen wichtig ist, was oft übersehen wird und was sie verändern möchten. So wurde der Begriff DenkMal neu gedacht.
Aus vielen Gedanken wurden erste Entwürfe und schließlich kreative Prototypen – auf Tassen, T-Shirts, Caps und Armbändern. Sie machten die Wünsche und Geschichten der Kinder sichtbar und wurden zum Staffelstab für die nächste Schule, die die Ideen weiterentwickeln sollte.
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Ideen weiterentwickeln und neu gestalten
Ideen weiterentwickeln und neu gestalten
In der zweiten Phase des Projekts wurden die an der Lemgo-Grundschule entstandenen Prototypen an das Robert-Koch-Gymnasium weitergegeben. Dort setzten sich zwei Kunstkurse des 11. Klassenjahrgangs über mehrere Wochen intensiv mit den Ideen auseinander. Die Schüler:innen griffen die vorhandenen Sprüche, Motive und Bilder auf, interpretierten sie neu und entwickelten daraus eigenständige gestalterische Konzepte.
Dabei entstanden nicht nur Entwürfe für T-Shirts und Caps, sondern auch Tassendesigns, die Idee eines Raum-Dufts, der für Berliner Klassen entwickelt wurde, sowie innovative Upcycling-Konzepte. Ein besonders kreativer und umweltfreundlicher Ansatz bestand darin, Taschen mit individuell gestalteten Aufnähern zu versehen, die sich flexibel auf verschiedene Taschen übertragen und weiterverwenden lassen.
Ein zentrales Gestaltungsmittel war die Collagetechnik: Durch das Kombinieren, Überlagern und Verändern von Bildern, Texten und Symbolen entwickelten die Schüler:innen neue visuelle Ideen und überraschende Designlösungen. Manche Entwürfe orientierten sich eng an den ursprünglichen Prototypen, andere entfernten sich bewusst davon und eröffneten völlig neue Perspektiven.
Das Ergebnis dieser mehrwöchigen Arbeitsphase war eine große Vielfalt an Designs, die die Kreativität und den gemeinsamen Entwicklungsprozess zwischen den beteiligten Schulen sichtbar machten.
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Viele Ideen. Eine gemeinsame Richtung.
Viele Ideen. Eine gemeinsame Richtung.
In der dritten Phase kamen erstmals alle bisherigen Ergebnisse zusammen. Die am Robert-Koch-Gymnasium entstandenen Designs wurden von einer Grafikerin zu kreativen Toolboxen weiterentwickelt und gemeinsam mit den Prototypen und Entwürfen in einem großen Projekttag präsentiert.
Nun waren alle vier Schulen gefragt: In einem co-kreativen Workshop wurde jede Idee ausprobiert, kombiniert, diskutiert und weiterentwickelt. Dabei ging es nicht nur darum, die schönsten Entwürfe auszuwählen, sondern gemeinsam herauszufinden, welche Ideen das Potenzial haben, zu echten Produkten zu werden.
Im ersten Teil arbeiteten alle Schulen miteinander. Anschließend übernahmen die Schüler:innen der Albrecht-von-Graefe-Schule und des Hermann-Hesse-Gymnasiums die ausgewählten Konzepte und entwickelten erste Pläne für deren Umsetzung. So wurde aus vielen einzelnen Ideen eine gemeinsame Richtung – und der Grundstein für die letzte Projektphase gelegt.
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Ein DenkMal aus gemeinsamen Ideen.
Ein DenkMal aus gemeinsamen Ideen.
In der vierten und letzten Phase des Projekts wurden die gemeinsam entwickelten Ideen in echte Produkte verwandelt.
An der Albrecht-von-Graefe-Schule wurde das Design „Vielfalt“ weiter ausgearbeitet und zu einer Sticker-Reihe entwickelt. Aus vielen Entwürfen entstanden drei finale Motive, die mit unterschiedlichen Formen und Farben die Vielfalt des Kiezes sichtbar machen. Die Sticker wurden in hoher Auflage produziert und an alle beteiligten Schulen verteilt.
Parallel dazu arbeitete eine Kunst-Klasse des Hermann-Hesse-Gymnasiums an der Weiterentwicklung des gemeinsamen T-Shirt-Designs. Die Entwürfe wurden noch einmal überarbeitet und anschließend im Rahmen eines Wettbewerbs präsentiert.
Über eine Online-Abstimmung entschieden Schüler:innen aller vier Schulen gemeinsam über das finale Motiv. Ein Design wurde mit den meisten Stimmen als Sieger-Motiv gekürt und für den Druck der T-Shirts beauftragt.
Mit den Stickern und T-Shirts endet das Projekt jedoch nicht. Die Produkte erinnern an die vielen Ideen, Gespräche und Begegnungen, die während der gemeinsamen Arbeit entstanden sind. Der Satz „Fun belongs to life“, entwickelt aus der ursprünglichen Idee „Spaß gehört zum Leben“, steht für die Überzeugung, dass Freude, Kreativität und gemeinsames Erleben wichtige Bestandteile unseres Zusammenlebens sind. Das Thema Vielfalt macht sichtbar, dass Menschen unterschiedliche Geschichten, Sprachen, Interessen und Erfahrungen mitbringen – und genau darin liegt die Stärke dieses Kiezes. Jede(r) gehört dazu und trägt etwas Eigenes zur Gemeinschaft bei.
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So erzählen die entstandenen Produkte nicht nur von einem Schulprojekt, sondern von den Menschen, die diesen Kiez gemeinsam gestalten. Sie verbinden Kinder und Jugendliche aus vier Schulen und machen sichtbar, dass Offenheit, Respekt und Zusammenarbeit den Alltag bereichern. In diesem Sinne ist ein DenkMal entstanden, das nicht aus Stein besteht, sondern aus gemeinsamen Gedanken, Erinnerungen und Ideen.

Es lädt dazu ein, die Botschaft weiterzutragen:

Vielfalt verbindet, Gemeinschaft entsteht durch Mitmachen und Spaß gehört zum Leben.

Ein großes Dankeschön an alle beteiligten Kinder & Jugendlichen, Institutionen und Unterstützer:innen. Dieses DenkMal ist für euch!

DenkMal!

anders.

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Fotos Projekttage: René Fietzek 
Gestaltung: katrinfriedmann.com
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